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Aurelius Equity Opportunities SE – Beteiligungsgesellschaften polarisieren?

December 10, 2017

Ein weiterer federführender Bestand in meinem wikifolio wird durch die Aurelius gestellt. Hierbei handelt es sich im Gegensatz zur Hamborner Reit AG um kein Immobilienunternehmen, sondern um eine Beteiligungsgesellschaft. Die Gesellschaft verfügt über Beteiligungen an ca. 30 Unternehmen, die aus den unterschiedlichsten Ländern kommen, oftmals weltweit agieren und viele Wirtschaftszweige der Industrie abdecken.

 

Generell versuchen Beteiligungsgesellschaften durch Veränderungen Synergien bei den gekauften Unternehmen zu heben, sodass zusätzliche Erträge entstehen. Solche Veränderungen können in der Organisation, an den Strukturen, an den Standorten und Produktionsstädten, in den Produkten oder  Produktionsprozessen stattfinden. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Oftmals werden auch schwache Unternehmen gekauft, bei denen dann mit "harter Hand" durchgegriffen wird, um diese wieder wettbewerbsfähig zu machen. Nicht selten fungieren Beteiligungsgesellschaften auch als Kapitalgeber, die es einem Unternehmen ermöglichen das Geschäft zu betreiben oder auch zu expandieren.

 

Ich glaube, die dargestellte Vielfalt des Beteiligungsgeschäftes zeigt sehr gut, warum Beteiligungsgesellschaften oftmals sehr kontrovers gesehen werden und polarisieren. Nicht vergessen sollten wir dabei, dass Hedgefonds im Ergebnis ebenso Beteiligungsgesellschaften sind. Mit Leerverkäufen, also quasi einer bewussten Nichtbeteiligung geben Hedgefonds ihrer negativen Einschätzung zu einem Geschäftsmodell oder Unternehmen Ausdruck.

 

Immer wenn es um Veränderungen geht, treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Dabei gibt es Gewinner und Verlierer. Veränderungen sind für uns Menschen unbequem und wir werden aus der Komfortzone herausgelöst und paddeln oftmals mit kleinem Boot auf hoher See. Dies bewirkt Ängste aber auch Genugtuung, wenn das Boot das Ufer erreicht. Ich vermag nicht zu beurteilen, ob es ein Recht oder Unrecht bzw. Richtig oder Falsch in der Polarisierung zu diesen Themen gibt. Nach meiner Einschätzung werden Unternehmen, wie Berkshire Hathaway, Deutsche Beteiligungs AG, Indus AG sowie die Aurelius, um wenige Unternehmen zu nennen, durchaus auch der moralischen Verantwortung gerecht, die diesem Geschäftszweig obliegt.

 

Ähnlich wie bei den Immobilienunternehmen werden die Beteiligungen bewertet und der innere Wert wird in Bezug auf den Aktienkurs transparent und kann beurteilt werden. Bei der Aurelius kommt es genau an dieser Stelle zu unterschiedlichen Einschätzungen. Denn es gibt keine zentrale Formel, die den Wert einer Beteiligung benennen kann. Der Wert einer Beteiligung steht erst dann exakt fest, wenn diese verkauft wird und der Vertrag unterschrieben ist. Die Vielzahl der Beteiligungen und Verflechtungen erschwert dabei die Bewertung zusätzlich. Mit diesen Sachverhalten haben Leerverkäufer im Frühjahr dieses Jahres Unsicherheit geschürt und den Kurs der Aurelius regelrecht abstürzen lassen. Die Tiefs lagen um 35,-- Euro. Auch heute noch ist die Unsicherheit in der Aktien weiterhin groß, da durch solche Aktionen viel Vertrauen am Markt zerstört wurde.

 

Hier liegt nun die Chance. Am Ende des Tages werden wir sehen, welche Bewertung für den Wert korrekt ist. Vermutlich liegt, wie so oft, die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Das Ergebnis 2017 der Aurelius liegt derzeit auf Rekordniveau. Unter anderem auch, da Verkäufe zu Buchwerten oder darüber durchgeführt werden konnten. Somit hat das Unternehmen bisher gehalten, was es versprochen hatte. Daher habe ich auch gewisse Zweifel an den Aussagen derjenigen, die Unsicherheit geschürt haben.

 

Die Gesellschaft legt immer wieder Aktienrückkaufprogramme auf. Damit werden dem Markt Aktien entzogen und die Gesellschaft entrichtet für diese Aktien keine Dividende. Die letzte Dividende war inklusive einer Sonderausschüttung in Höhe von 4,-- Euro. In ähnlicher Höhe sollte die nächste Dividende ausfallen, was auf einem Kursniveau um die 50 Euro einer großen Dividendenrendite entspricht. Interessant sind die Beteiligungen der Scholl, HanseGroup, GHotel und des Studienkreises. Der Studienkreis wurde vor wenigen Tagen zu einem guten Preis als dritte Beteiligung in 2017 verkauft. In den 5 Jahren der Zugehörigkeit konnte der Umsatz um über 20 % gesteigert werden und das EBITDA Ergebnis hat sich mehr als verfünffacht.

 

Auch wenn Beteiligungsgesellschaften polarisieren, so ist nicht grundsätzlich alles negativ. „Schwarze Schafe“ gibt es auch bei den Beteiligungsgesellschaften, die dann die gesamte Branche in den Verruf bringen. Das ist hier nicht anders als in anderen Industrien. Bei der Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA fühle ich mich allerdings mit einem Depotbestand von bis zu 8 % des Portfolios gut aufgehoben.  

 

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